Motivation

In unserem Land wird – endlich - mehr für pflegende Angehörige getan. Das ist gut. Was aber ist mit denen, die ihre alt gewordenen Eltern nicht vor Ort pflegen und unterstützen können, weil sie zu weit entfernt leben? Sie als Angehöriger haben möglicherweise das Problem den Gesundheits- und Gemütszustand Ihres älteren Angehörigen einschätzen zu können oder haben Sorge, dass Ihr Vater oder Ihre Mutter zu selten Kontakt zu anderen Menschen hat.
Aus diesen Gründen entstand an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg  die folgende Idee, um Familien mit räumlicher Distanz zueinander besser unterstützen zu können:

Die Idee

Um Ihnen das Leben als entfernt lebende Angehörige etwas leichter zu machen und gleichzeitig Ihren alten Familienmitgliedern die Unterstützung und Hilfe geben zu können, die Sie brauchen, haben wir das Konzept „AniTa“ entwickelt: Angehörige im Tausch. Durch die Vernetzung entfernt lebender Angehöriger können unkomplizierte, aber tragfähige „Patenschaften“ für unterstützungsbedürftige Ältere entstehen. Um das zu erreichen, sammeln wir Namen und Adressen aller Interessierten in einer Datenbank mit dem Ziel, für jeden Teilnehmenden einen passenden Tauschpartner zu finden.

Wer ist entfernt lebender Angehöriger?

Unter Familien auf Distanz verstehen wir Familien, bei denen die erwachsenen Kinder, Neffen, Nichten oder auch Enkel nicht in der Nähe ihrer alt gewordenen Angehörigen wohnen. Dabei ist es egal, ob diese Entfernung 80 oder 800 Kilometer beträgt: Wenn Sie Schwierigkeiten haben, schnell und ohne großen Aufwand bei Ihren alt gewordenen Familienmitgliedern vorbeizuschauen, Hilfe und Unterstützung zu leisten oder einfach nur da zu sein, dann sind Sie Teil einer Familie auf Distanz und herzlich eingeladen, Teil unserer AniTa-Familie zu werden. 

Welche Herausforderungen stellen sich für Familien auf Distanz?

Als entfernt lebende erwachsene Kinder haben Sie vielleicht Schwierigkeiten, den Gesundheits- oder auch den Gemütszustand Ihrer entfernt lebenden Angehörigen immer richtig einschätzen zu können. Sie wissen nicht genau, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, einen Arzt oder einen Pflegedienst hinzuzuziehen. Ein mögliches Unterstützungsnetzwerk müssen Sie aus der Ferne knüpfen und koordinieren, und ohne verlässliche Informationen fällt Ihnen das schwer. Sie reisen häufig zu Ihren alt gewordenen Eltern, telefonieren noch häufiger und haben trotzdem häufig das Gefühl, nicht genug getan zu haben. Auf plötzlich auftretende Probleme können Sie nur schwer reagieren.